Amor und Kira 
     von Holstein

Armor und Kira dürfen hier zusammen beschrieben werden, da es sich sowohl um Vater und Tochter, als auch um den selben Führer, nämlich um Fritz Rauh handelt. Vom Ihm stammt auch der Bericht über seine beiden Hunde, der auch in den Pudelpointer Mitteilungen (Heft Nr. 149) veröffentlicht wurde.

Neue Blutlinien für den Pudelpointer
Zuchtversuch von Holstein
(Auf den Spuren Hegewalds)
 

Nach dem 2.Weltkrieg und der Teilung Deutschlands ging viel wertvolles Hundematerial verloren. Es stellte sich bald die Frage, wie kann die Zuchtbasis und damit die genetische Breite der Rasse Pudelpointer vergrößert werden.
Das Referat von Prof. Dr. Herzog anlässlich der Jahreshauptversammlung 1975 über moderne Zuchtmethoden (Hybridzucht) stellte klar, wenn sie langfristig etwas tun wollen, dann gründen sie neue Urstämme und kreuzen sie ihre jetzigen Pudelpointer mit den neuen Pudelpointern, war seine Empfehlung.
Dieser langfristigen Lösung nahm sich Klaus Asmus an, dieses nicht leichte Problem mit erheblichem persönlichen und finanziellen Aufwand zu realisieren.
Es würde diesen Artikel sprengen auf den Werdegang des Zuchtversuches näher einzugehen. Eine ausgezeichnete
Broschüre über die Einzelheiten des Zuchtversuches mit dem Titel: Zuchtversuch von Holstein - auf den Spuren Hegewalds gibt detailliert Auskunft.
Nur soviel zum Allgemeinverständnis, der Initiator Klaus Asmus hat nach der vergeblichen Suche im In- und Ausland, nach einem braunen Großpudel, eine braune Pudelhündin (Welpe) erworben, nach alter Jägerart gehalten und durch Heranführung an viel Wild die jagdlichen Anlagen wieder geweckt. Der Lohn für diese intensive Arbeit war eine Herbstzuchtprüfung mit 172 Punkten sichtlaut und schussfest. Das Eigenheim hinter dem Elbdeich im eigenen Revier gaben hierbei ideale Bedingungen (Hasen und Federwild, sowie Wasser [Elbe] hinter der Gartentür).
Es gab in Züchter- und Führerkreisen Pro- und Contra und es soll hier nicht verschwiegen werden, dass es auch teilweise an Führern fehlte, die wegen des fehlenden Kenntnisstandes, Frage was kommt heraus, zu einer Zurückhaltung erfahrener Führer und Züchter führte die das Risiko aus unterschiedlichen Gründen scheuten.
Da ich von Anfang an zu den kompromisslosen Befürwortern des Zuchtversuches gehörte, war es für mich klar, den Zuchtversuch durch die Abrichtung und Führung von Welpen, nicht nur auf den Prüfungen, sondern als Priorität, diese im praktischen Jagdbetrieb zu erproben.

Die Prüfungsergebnisse der beiden Hunde:
F1 A-Wurf Amor von Holstein - VJP 67 und 70 Punkte, spl. mit 7 Monaten, VGP mit 332 Punkten

F2 K-Wurf Kira von Holstein - VJP 74 Punkte, HZP 2x180 Punkte, VGP 337 Punkte

Ich möchte dabei vorausschicken, dass mir durch die gegebenen jagdlichen Möglichkeiten, und ich jage seit 1958 in einem 3.500 ha grossen Niederwildrevier mit Schwarzwild als Standwild; dadurch die besten Voraussetzungen gegeben waren und als Pensionist auch die erforderliche Zeit zur Verfügung stand. Ausserdem bin ich weder Züchter noch Abrichter mit Verkauf von Hunden.

Doch musste ich im Laufe der Jahre (erster Pudelpointer 1965) feststellen, bei den eigenen Hunden und auch bei den anderen Vorstehhunderassen auf Prüfungen und gemeinsamen Treibjagden (Verbandsrichter seit 1969 im JGHV Bayern), dass die Zahl von Hunden hinsichtlich Unruhe und Nervosität, um es verniedlicht zu sagen mit Überpassion, zunahm.
Dadurch konnte zum Teil ihre vorhandene Leistungsfähigkeit bei der praktischen Arbeit nicht mehr voll unter Beweis gestellt werden.
Darum sehe ich als Führer im praktischen Jagdbetrieb besonders die Ruhe der Hunde aus dem Zuchtversuch als wesentlichen Bestandteil - und Vorteil des Zuchtversuches an. Dies verdeutlicht sich besonders in der Praxis bei der Nachsuchenarbeit. Diese auffällige stoische Ruhe konnte ich auch während der Arbeit anderer Hunde auf Prüfungen, bei Prüfungen und bei Gesellschaftsjagden beobachten.

Diese beiden Hunde des Zuchtversuches sind im Vergleich mit meinen sechs Pudelpointern aus den bestehenden Blutlinien und einem Deutsch Drahthaar im Jagdbetrieb mit in der Spitze meiner Hunde. Dies ist keine Bewertung weil ich diese Hunde besitze, sondern diese Hunde aus dem Zuchtversuch besonders kritisch beobachte und mit meinen vorherigen Hunden im praktischen Jagdbetrieb vergleiche.
Bei diesen beiden Hunden, einem Rüde aus dem F1 A-Wurf und einer Hündin aus dem F2 K-Wurf, kommt neben der bereits genannten Wesensfestigkeit, die Lernfähigkeit verbunden mit der Zuverlässigkeit, so wie den übrigen jagdlichen Fähigkeiten mit Härte und Verteidigungsschärfe und mit einer Wasserpassion die ihresgleichen sucht.
Es muss hier nochmals herausgestellt werden, es geht bei dem Zuchtversuch nicht darum, dass die jagdlichen Anlagen unserer jetzigen Pudelpointer noch besser werden sollen, das ist nicht erforderlich, sondern es geht darum, dass unsere Pudelpointer neben ihren durchgezüchteten Anlagen und fast mit Überpassion ausgestattet, wieder zu dem ruhigen, passionierten Jagdgehilfen werden.
Darum kann als Extrakt unter Berücksichtigung der anderen zuchttauglichen Hunde des Zuchtversuches von Holstein gesagt werden, diese neue Blutlinie gepaart mit unseren bestehenden Pudelpointern ist ein Schritt, der den guten Ruf und den Fortbestand unserer Pudelpointer im Jagdgebrauchshundelager weiterhin garantiert.


 fr

Zum Abschluss einige Auszüge aus der Jagdzeitschrift “der Teckele” von 1892 über den Pudelpointer, von der Verbandsschau in Berlin:

Die Jäger welche schon eigenhändig Hunde vielseitig dressiert und geführt haben, wissen was Pudelpointerblutmischung bedeutet und lassen sich selbstverständlich nicht irre machen durch Geschwätz jeglicher Ignoranten oder tendenziöser Widersacher, deren unlautere Motive unschwer zu erraten sind.

Dazu ein Auszug aus dem Herforder Kynologenlied:
Darauf mit dem Pudelpointer nahet Meister Hegewald.
Schilt die Afterkinologen, die nicht züchten auf Gehalt.
Die ihr heute hier gerungen, und der Schönheit Siegespreis,
kommet wieder, dass in Suchen, sich Hunde Wert erweis.
Wer die anderen schlägt im Felde und im dichten Waldesgrund.
Wer im Wasser Sieger bleibet, nur der ist der beste Hund.
 

Wie man sieht, waren bei der Entstehung des Pudelpointers, damals schon die gleichen bzw. ähnliche Probleme mir Pro und Contra, wie bei Beginn des Zuchtversuches von Holstein 1990

Friedrich Rauh, Binderweg 14, 91187 Röttenbach

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