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Die Idee
Seit der Begründung der traditionellen Hundezucht werden seit nunmehr gut 150 Jahren die einzelnen Rassen in Reinzucht durchgezüchtet. Viele Hunderassen, vor allen die zahlenmässig kleineren Populationen haben heutzutage ähnlich gelagerte Probleme. Oft heißt es dann, dass die Linien zu eng, oder die Zuchtbasis zu klein wird, dass die genetische Breite verloren geht.
Häufig hört man Fragen einiger Züchter wie: “Ich suche einen Rüden mit diesen und jenen Eigenschaften, der aber nicht aus der Linie x stammt.” Vor allem in der Schwierigkeit einen solchen Rüden dann zu finden wird deutlich, wie eng die Hunde bereits verwandt sind.
In verschiedenen Hunderassen wird bereits die grundsätzliche Reinzucht aufgegeben und Versuche mit „externen“ Zuchthunden, z.B. ausländischer Abstammung oder von „nahe“ verwandten Rassen unternommen. Auch im Verein Pudelpointer sind Versuche durch Ein- bzw. Rückkreuzung mit Pointerblut und über die Hereinnahme von Pudelpointern tschechischer Abstammung gemacht worden.
Letzten Endes geht es um die Frage:
Wie kann die Zuchtbasis und die genetische Breite der der jeweiligen Rasse vergrößert werden?
Der Verein Pudelpointer hatte seit seiner Gründung immer wieder die Einkreuzung bzw. Rückkreuzung des Pointers als notwendig angesehen. In den Anfangsjahren des Pudelpointer wurden mehrfach Pointer eingekreuzt, und es bekam der Rasse bestens. Bevor der Pointer Argo Monachia, 140-47 GL 588, gew. 1947, nach dem Kriege ein- bzw. rückgekreuzt wurde, hatte es schon Vorschläge zur Gründung von neuen Urstämmen gegeben.
Auf der Jahreshauptversammlung des Verein Pudelpointer am 6.9.75 hielt Herr Professor Herzog vom erbpathologischen Institut in Gießen einen Vortrag über moderne Zuchtmethoden und Vererbungslehre. Bei der Erörterung der Frage nach der Verbreiterung der Zuchtbasis und der genetischen Breite hat Herr Professor Herzog geantwortet:
Wenn man kurzfristig etwas erreichen will und wenn man dabei gewisse formalistische Streuungen in Kauf nimmt, dann kreuzen Sie den Pointer ein.
Wenn Sie mittelfristig etwas tun wollen, stellen Sie reingezüchtete Linien her
und wenn Sie langfristig etwas tun wollen, dann nehmen Sie einen Pointer und einen Pudel und vollziehen das ganze noch einmal nach
Die langfristige Lösung muss unserem Klaus Asmus wohl am besten gefallen haben, außerdem hatte sie auch noch seine Neugier geweckt, ob die Züchtung eines neuen Pudelpointer-Stammes auch heute noch möglich ist. Hinzu kommt noch, dass sich die Mehrheit der Züchter im Verein Pudelpointer auf einer späteren Hauptversammlung 1981 in Groß-Gerau für die Pointereinkreuzung entschieden hatte. Der Weg für sein Vorhaben stand offen und nahm gedanklich immer mehr Gestalt an, aber es dauerte noch einige Jahre bis zur Umsetzung.
Um es hier noch einmal in aller Deutlichkeit zu sagen, es geht uns keineswegs darum hier den besseren Pudelpointer vorzustellen. Der Zuchtversuch hat ohne die bestehende Pudelpointer Population keine Existenzberechtigung.
Wir möchten mit den Hunden des Zuchtversuchs zeigen, dass auch heute noch aus Pudel und Pointer ein zur Jagd brauchbarer Pudelpointer gezüchtet werden kann.
Unser wesentliches Ziel ist es jedoch, hier eine neue Linie zu züchten, aus der für die alten PP-Linien ständig eine Blutauffrischung erfolgen kann. Es geht darum, zur langfristigen Sicherung einer gesunden Pudelpointerpopulation die notwendige genetische Breite zu erhalten oder wiederherzustellen, ohne dabei auf „nahe“ verwandte Rassen oder ausländische Hunde zurückgreifen zu müssen.
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